Grüne Bürgerenergie für Afrika – Uganda

Die Grüne Bürgerenergie will die Voraussetzungen für die dezentrale Energieversorgung im ländlichen Raum in ausgewählten Ländern Afrikas verbessern und dabei Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen beteiligen. Dafür arbeiten wir schwerpunktmäßig in neun Ländern Subsahara-Afrikas, einschließlich Uganda. Neben den Ländermaßnahmen fördern wir länderübergreifend gemeinnützige Projekte und stärken Partnerschaften zwischen Akteuren in Europa und Afrika.

In Uganda wird die GBE u.a. praxisnahe Curricula mit Fokus auf erneuerbare Energien an drei Ausbildungsstätten einführen; 25 Lehr- und 150 Fachkräfte im Bereich erneuerbarer Energien aus- und fortbilden, 80 Gewerbetriebe bei der dezentralen Nutzung von erneuerbaren Energien zu unterstützen und 100 soziale Einrichtungen davon überzeugen, dass sie mit unserer Unterstützung dezentrale erneuerbare Energiesysteme anschaffen

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Wußten Sie schon…?

… rund 29,2 Millionen Menschen, 72% der Bevölkerung, in Uganda keinen Zugang zu Strom haben?

… über 45% der Uganderinnen und Ugander mehr als 2 Kilometer von einer Straße entfernt lebt und

… über 80% in ländlichen Regionen zuhause sind?

… Off-Grid-Systeme wie Inselnetze, Solarlaternen oder Solar Home Systeme für über 30% der Bevölkerung die kosteneffizienteste Anschlussmöglichkeit sind?

Wie wir arbeiten

Für schnelle Ergebnisse setzen wir auf erfolgreiche Ansätze und Umsetzungsstrukturen bestehender Vorhaben. In Uganda implementiert das Vorhaben „Grüne Bürgerenergie“ seine Aktivitäten in enger Kooperation mit den Ländermaßnahmen des Globalvorhabens „Energising Development (EnDev)“, und steht mit bilateralen Programmen im Energie- und Bildungsbereich im engen Austausch.

Der Vorteil dieses Vorgehens: Wir können auf die langjährige Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Projekte zurückgreifen und so unsere Ansätze rascher umsetzen. Damit diese Ansätze in Uganda greifen, haben wir sie nach einer Analyse im Land an die dortigen Verhältnisse angepasst. Ein Ziel dieser Analyse war es auch, die Projektaktivitäten der Grünen Bürgerenergie für Afrika so zu gestalten, dass die Angebote  gendersensitiv gestaltet sind.

Schulelektrifizierung mit Solarheimsystemen (GBE)

In Uganda gibt es mehr als 17.500 Grundschulen, von denen viele abseits des Stromnetzes liegen. In der Folge sind bisher nur wenige Grundschulen elektrifiziert worden. Im Rahmen einer Ausschreibung hat die GBE Uganda daher im November 2019 das Unternehmen SoloGrid unter Vertrag genommen, um die Elektrifizierung von Grundschulen voranzutreiben. SoloGrid vermarktet hochwertige Solarheimsysteme, die nahezu wartungsfrei und dank der Nutzung moderner Lithium-Ionen-Akkus auch langlebig sind. Mit den Systemen von SoloGrid sind sowohl die Beleuchtung von Klassenräumen, das Laden von Mobiltelefonen und der Betrieb von energieeffizienter EDV möglich. 

Das Unternehmen spricht im Rahmen einer Werbekampagne gezielt Grundschulen in Norduganda an, berät und trainiert Schulpersonal sowie die Vertreter*Innen von Fördervereinen zu Solar Home Systeme (SHS).  Ziel ist es, diese vom Nutzen der Solar Home Systeme zu überzeugen.

Damit potenzielle Nutzer*innen sich diese Systeme leisten können, bietet SoloGrid unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten an. Schulen können die leicht subventionierten Systeme über Partnerbanken in Raten bezahlen, welche von der Kapitalisierungsgesellschaft des ugandischen Energieministeriums mit günstigen Darlehen versorgt werden. Alternativ können Schulen auch ein Pay-As-You-Go-Modell des Unternehmens nutzen (Ratenzahlung per Mobiltelefon).

Bisher hat SoloGrid im Rahmen von Trainings über 100 Rektor*Innen sowie Personal von Distriktverwaltungen über die Vorteile moderner Solar Home Systeme für die Grundschulbildung informiert und eine Demonstrationsanlage an einer Schule in Gulu (Norduganda) installiert. Bis Ende 2020 plant das Unternehmen über 100 Grundschulen in Norduganda mit Solar Home Systeme auszustatten.