Der Kleinprojektefonds

Die große Zahl an Anträgen mit innovativen Lösungsansätzen hat unsere Erwartungen übertroffen. Kleinprojekte im Bereich erneuerbare Energien können einen entscheidenden Faktor für die Entwicklung im ländlichen Raum darstellen, je maßgeschneiderter desto besser. Anträge nimmt der Kleinprojektefonds jedoch keine mehr entgegen. Hier erfahren Sie, wie wir die Projekte ausgewählt haben und wie wir sie bei der Umsetzung begleiten.

Der Kleinprojektefonds (KPF) der Grünen Bürgerenergie bietet finanzielle Unterstützung für Projektideen gemeinnütziger Organisationen im Bereich dezentraler erneuerbarer Energien. Seit Anfang Dezember 2018 haben wir nachhaltige Projektideen für lokal benötigte Lösungen in Afrika südlich der Sahara gesucht. Diesen Evaluierungsprozess haben wir im Rahmen unserer letzten Entscheidungsrunde am 1. Dezember 2021 abgeschlossen und den Fonds damit ausgeschöpft.

Unsere Bilanz – 314 Projektanträge evaluiert, die Ziele mehr als erfüllt

Während unserer bisher dreijährigen Laufzeit erhielten wir insgesamt 314 Projektanträge mit zum Teil äußerst innovativen Ideen aus 30 afrikanischen Ländern. Die Zahl an Anträgen hat unsere Erwartungen übertroffen. Sie untermauert die Dringlichkeit unseres Vorhabens.

Die geförderten Projekte haben wir in einem transparenten Prozess ausgewählt und dabei die Antragstellenden und ihre Projektideen nach strengen inhaltlichen und administrativen Kriterien geprüft. Am Ende wird der Kleinprojektefonds die Zielmarke von 35 geförderten Kleinprojekten übertreffen. Inzwischen sind bereits fünf Projekte abgeschlossen, 41 Projekte befinden sich in der Umsetzung und vier ausgewählte Projektskizzen werden derzeit weiterentwickelt, um nach Möglichkeit einen Vertrag zu schließen.

Im Zuge des Auswahlprozesses priorisierten wir Lösungsansätze aus den neun Schwerpunktländern der Initiative Grüne Bürgerenergie. Zu diesen Ländern zählen: Äthiopien, Benin, Ghana, Mosambik, Namibia, Sambia, Senegal, Côte d’Ivoire und Uganda. Neben diesen fördern wir auch Projekte in Ländern mit einem GIZ-Länderbüro oder Energieprogramm; in Kamerun, Kenia, Malawi, Mali, sowie Togo.

Unsere Arbeit im Überblick

Das Auswahlverfahren

Gesucht wurden konkrete Energielösungen für lokale Bedarfe vor allem in ländlichen Gebieten. Ein Entscheidungsgremium, bestehend aus Vertreter*innen des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), den beiden Energiebeauftragten des BMZ für Afrika sowie Teammitgliedern der Grünen Bürgerenergie (GBE), analysierte die potenziellen sozialen, ökologischen sowie ökonomischen Effekte jeder eingegangenen Projektskizze.

Besonders wichtig war dabei, dass die Projekte über den Förderzeitraum hinaus und aus sich selbst heraus weiter bestehen können. Im Zuge des Standardverfahrens schlug eine deutliche Mehrheit von 71 Prozent solarbasierte Energieprojekte vor. Neben inhaltlichen Voraussetzungen für die Projektanträge, mussten die Antragstellenden klar definierten administrativen Vorgaben entsprechen.

Um die Anträge zeitlich effizienter bearbeiten zu können und inhaltlich differenziertere Projektideen im Einklang mit unserem Projektvorhaben zu erhalten, entwickelten wir parallel zum oben beschriebenen Standardverfahren ein zweites Auswahlverfahren, den sogenannten Challenge Call.

Gegenüber unserem Standardverfahren kann das Challenge-Call-Verfahren als ein stärker wettbewerbsorientiertes Ausschreibungsformat verstanden werden. Hierzu identifizierten wir zwei spezifische Herausforderungen im Bereich des Energiezugangs, von denen die Antragstellenden mindesten eine in ihrem Projekt adressieren sollten: „Steigerung der Nachhaltigkeit von netzunabhängigen Systemen“ und „Reduktion von CO2-Emissionen durch Energiezugang“. Außerdem mussten die Antragsteller zusätzliche administrative Kriterien erfüllen und sich elektronisch bewerben. Obwohl das Verfahren sich lediglich über den Zeitraum vom 19. Juli bis zum 5. September 2021 erstreckte, erreichten uns im Rahmen des Challenge-Call-Verfahrens 141 Bewerbungen aus 27 Ländern.

Die Projektphasen

Insgesamt kam das Entscheidungsgremium zu 13 Förderrunden zusammen. In Vorbereitung darauf wurden die Projekte inhaltlich und formal evaluiert. Nach der Auswahl zur Förderung wurden die Projektskizzen in Zusammenarbeit zwischen den Antragstellenden und dem Kleinprojektefondsteam entsprechend dem Bedarf inhaltlich und administrativ finalisiert. Anschließend wurde mit den Organisationen ein Vertrag geschlossen. Das Projekt konnte beginnen.

Die Implementierungsphase kann bis zu zwei Jahre dauern. Währenddessen ist die Begleitung der Projekte und der dahinterstehenden Organisationen weiterhin essenziell. Dazu zählt die fachliche und administrative Unterstützung durch uns, die GIZ-Kolleg*innen vor Ort oder externe Expert*innen. Derzeit begleiten wir insgesamt 41 laufende Projekte. Eine Übersicht finden Sie weiter unten. 

Während der Implementierungsphase verfassen die Projektverantwortlichen halbjährliche Fortschrittsberichte für den Kleinprojektefonds. Diese dienen nicht nur dazu, mögliche Probleme frühzeitig zu identifizieren, sondern auch, um daraus allgemeingültige Informationen zu destillieren. Die gewonnen Erkenntnisse speisen wir in Leitfäden für Organisationen und lokale Netzwerke ein, damit sie aus den Erfahrungen anderer lernen und Fehler vermeiden können. Einen Überblick der einzelnen Projektentwicklungen finden Sie in den jeweiligen Projektsteckbriefen.

Unsere Ziele

Neben der großen Anzahl von Anträgen haben auch die Auswahlergebnisse verdeutlicht, wie wichtig maßgeschneiderte Lösungen und wie nötig weitere Finanzmittel für ebensolche Kleinprojekte sind. Trotz ihres finanziell „kleinen“ Umfangs können solche Projekte in ländlichen Regionen einen mächtigen Hebel in Bewegung setzen, indem sie mit Hilfe erneuerbarer Energien lokale Lösungen initiieren.

Im Vordergrund unserer Arbeit stehen die langfristigen Bedürfnisse der Menschen innerhalb der ländlichen Gemeinden und die nachhaltige Entwicklung des Projekts. Aufgrund dessen ist es für uns essenziell, die antragstellenden Organisationen auch mit Blick auf die Zeit nach dem Projekt zu beraten. Oftmals verbinden die Projekte zwei oder mehrere Themen und schaffen Synergien, um das Potenzial von erneuerbaren Energien bestmöglich zu nutzen. Beispielsweise verbessert die Implementierung von Solaranlagen nicht nur die allgemeine dezentrale Stromversorgung, sondern im selben Zuge auch die Situation in einer gesundheitlichen Einrichtung oder Schule. Eine solche ganzheitliche, gemeinschaftsfördernde Ausrichtung ist für die Wirkung des Kleinprojektefonds wichtig.

Wir wollen dazu beitragen, dass die Projektpartner ihre Kapazitäten und Kompetenzen hinsichtlich erneuerbarer Energien ausbauen und nachhaltige administrative Strukturen schaffen können. Denn erneuerbare Energien und die Vermittlung des damit verbundenen Wissens sind ein wichtiger Schlüssel, um die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung im ländlichen Subsahara Afrika nachhaltig zu verbessern. Energie kann produktiv genutzt, lokale Wertschöpfung geschaffen und die soziale Infrastruktur verbessert werden.


Geförderte Projekte

Energy Generation schult Solartechniker*innen

Förderung von jungen Unternehmer*innen in Westafrika Die Organisation Energy Generation ermöglicht 60 jungen Auszubildenen eine vielversprechende berufliche Zukunft.

Energiegenossenschaft stärkt Frauen

Bei der Planung dieser „Energieabteilung“ wollen die Partner*innen vor allem Frauen ansprechen, einbinden, qualifizieren und in das Projekt einbinden.

Energiegenossenschaften zur Stärkung von Äthiopierinnen

Ein Konzept für die Gründung einer Energiegenossenschaft wird derzeit entwickelt.

Strom für IT-Räume in fünf Schulen

Die Organisation Pamodzi Ndi Ana stattet Schulen mit Computern und Photovoltaikanlagen aus. Davon profitieren nicht nur Schüler*innen.

Hochwertige Lebensmittel dank solarer Tröpfchenbewässerung

Dank solar bewässerter Gewächshäuser, solarer Kühlung und innovativer Vermarktung können Landwirtinnen aus dem Norden Malawis ihr Einkommen verdreifachen.

Solarstrom beleuchtet ein Dorf und ermöglicht produktive Nutzung

Schon wenige Kilowattstunden Strom verbessern das Leben von rund 1.800 Dorfbewohner*innen in Benin