Grüne Bürgerenergie für Afrika

Hintergrund zur Initiative

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) setzen die Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und die KfW Entwicklungsbank gemeinsam um.

Diese Initiative ist dringend nötig. Nach wie vor haben 570 Millionen Menschen in Subsahara-Afrika keinen Zugang zu modernen Energietechnologien und -dienstleistungen. Die bestehende Energieversorgung kann den Bedarf in vielen Ländern der Region nicht decken. Die vor Ort eingesetzten Technologien entsprechen nur selten den heutigen technologischen Möglichkeiten, weshalb die Energieerzeugung teuer und ineffizient ist und darüber hinaus die Gesundheit der Menschen belastet.

Hinzukommt, dass die afrikanische Bevölkerung rapide wächst, die Wirtschaft prosperiert und der Lebensstandard größerer Bevölkerungsschichten steigt. Aus diesen Gründen steigt auch die Energienachfrage auf dem afrikanischen Kontinent bis 2030 voraussichtlich um 80 Prozent. Der wachsende Energiehunger ist für uns alle eine große Herausforderung.

Eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung im Sinne von Agenda 2030 und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) ist nur mit genügend Energie möglich. Aus klimatischer Perspektive muss dieser Zuwachs deshalb – so sieht es das Pariser Klimaabkommen vor – ausschließlich mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden.

Der anspruchsvollste Teil dieser Agenda dürfte es sein, den Zugang zu moderner und erneuerbarer Energie in ländlichen Gebieten zu verbessern. Die von Bundesminister Dr. Gerd Müller im Juni 2017 lancierte Initiative soll diese Ziele unterstützen. Im Rahmen des Marshallplans mit Afrika fördert die Initiative den Aufbau dezentraler erneuerbarer Energiesysteme in ländlichen Regionen Afrikas unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen, Genossenschaften und Unternehmen.

Lokale Wertschöpfung ist der Initiative besonders wichtig. Deshalb fördert sie Energieversorgung von Unternehmen und sozialen Einrichtungen wie Schulen oder Gesundheitszentren und verbessert so die Rahmenbedingungen für Investitionen.

Ziele der Initiative

Die Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika zielt auf eine bessere dezentrale, bürgernahe Energieversorgung in ausgewählten Ländern Subsahara-Afrikas. Diese sind: Benin, Côte d’Ivoire, Äthiopien, Ghana, Mosambik, Namibia, Senegal, Uganda und Sambia. Zusätzlich zu den länderspezifischen Maßnahmen fördert die Initiative länderübergreifende erneuerbare Energie-Projekte und stärkt Partnerschaften zwischen afrikanischen und europäischen Akteuren.

Beitrag zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung

Im übergreifenden Kontext der internationalen Entwicklungszusammenarbeit trägt die Initiative zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei, die die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen 2015 verabschiedet haben. Dies gilt insbesondere für die SDG 7, die bis 2030 einen Zugang zu erschwinglicher, zuverlässiger, nachhaltiger und moderner Energie für alle Menschen formulieren. Indem die Initiative dezentrale und erneuerbare Energielösungen verbreitet, bekämpft sie nicht nur die Energiearmut, sondern auch die Karbonisierung Afrika. Damit trägt die Initiative zum Schutz des Klimas und zu den SDG 13 bei. Beiträge leistet sie ferner zu SDG 1 (Armut), SDG 3 (Gesundheit), SDG 4 (Bildung), SDG 5 (Gleichstellung der Geschlechter), SDG 8 (nachhaltiges Wirtschaftswachstum) und SDG 17 (globale Partnerschaften).

Erschwingliche und saubere Energie für das ländliche Afrika

Große Kraftwerke und Unternehmen sind nicht die einzigen Erzeuger von Elektrizität. Die Erfahrungen aus Deutschland zeigen, dass auch Bürger und Bürgerinnen, Kommunen und Genossenschaften die Energiewende auf der Basis dezentraler erneuerbarer Energiequellen entscheidend mitgestalten können.

Deshalb ist die Beteiligung von Bürgern und Bürgerinnen, kleinen und mittleren Unternehmen, Kommunen, öffentlichen Verbänden und Energiegenossenschaften ein zentraler Kern dieser Initiative von Gerd Müller. Sie tragen mit ihrem Kapital und Wissen, mit Ideen und ihrer Arbeitskraft dazu bei, Energieversorgungssysteme im ländlichen Afrika klima- und umweltverträglich zu planen, zu installieren und zu betreiben. Zugleich übernehmen die Bürgerinnen und Bürger als Miteigentümer und Mitwirkende dieser Energiesysteme Verantwortung für ihren Erhalt.

Energiebeauftragte des BMZ für Afrika

Bärbel Höhn

Energiebeauftragte des BMZ für Afrika

Staatsministerin a.D.,
Mitglied Deutscher Bundestag (2005-2017),
Vorsitzende Globale Renewable Congress

„Die Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika soll den Menschen in ländlichen Gebieten in neun afrikanischen Ländern durch den Einsatz erneuerbarer Energien Zugang zu Elektrizität verschaffen und damit neue Einkommen, Arbeitsplätze und Perspektiven, indem sie zum Beispiel die Verarbeitung von Obst, Kühlung, Mühlen, Schweiß- oder Schmiedearbeiten und vieles mehr ermöglichen.“

Josef Göppel

Energiebeauftragter des BMZ für Afrika

Mitglied Deutscher Bundestag (2002-2017),
Vorsitzender des Deutschen Verbandes für Landschaftspflege (DVL) e.V.

„Die Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika wird besonders erfolgreich moderne Energiedienstleistungen in ländlichen Gebieten voranbringen, wenn sie auf gute, bereits existierende Ansätze zurückgreift. Die Ausbildung junger Afrikanerinnen und Afrikaner in erneuerbaren Energien ist mir besonders wichtig, weil sie als qualifizierte Fachkräfte in ihren Heimatländern einen wirksamen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können.“

 

 

 

 

Die „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ wird von den Energiebeauftragten des BMZ für Afrika, Bärbel Höhn und Josef Göppel, begleitet. Sie wirken ehrenamtlich als „Botschafter“ der Initiative und setzen sich aktiv für einen deutsch-afrikanischen Wissensaustausch sowie für Partnerschaften im Energiebereich zwischen Afrika und Europa ein. Als ehemalige Mitglieder des Deutschen Bundestages verfügen sie über umfangreiche Expertise und Erfahrung beim Thema Energie, Klima und Umwelt. Entsprechend können sie neben ihrer großen Fachkenntnis im Bereich der Energiezusammenarbeit auch ihre politischen Erfahrungen und ihre Netzwerke in die Umsetzung der Initiative „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ einbringen.

Themen der Initiative

BMZ, GIZ und KfW