Solare Elektrifizierung von frauengeführten ländlichen Molkerei-Kleinstbetrieben

Im Senegal unterstützt die GBE die solare Elektrifizierung von 24 hauptsächlich von Frauen geführten Molkerei-Mikrobetrieben im ländlichen Senegal. Für rund 200 Bauern wird dadurch die Milchproduktion aufgewertet und Produktionsabfall reduziert.

Milchproduktion im Senegal

Im Senegal betreiben fast 30 % aller Haushalte Viehzucht und Milchproduktion. In ländlichen Gebieten können jedoch viele private milchproduzierende Kleinstbetriebe aufgrund fehlenden Zugangs zu Stromnetzen die Milch weder lagern noch weiterverarbeiten. Daher verdirbt ein nicht geringer Anteil der Erzeugnisse und fällt aus der Wertschöpfung.  Darüber hinaus haben elektrifizierte industrielle Milchverarbeitungsbetriebe mit Engpässen in der Milchversorgung zu kämpfen, da die Lieferketten von den einzelnen Erzeugern zu den Verarbeitungszentren teilweise unterbrochen sind. Im Ergebnis deckt so die Milchproduktion des Landes nur knapp 60 % des Milchbedarfs und eine Abhängigkeit von Importen entsteht, die prinzipiell durch die lokale Produktion vermieden werden könnte.

24 elektrifizierte Milchviehbetriebe

Vor diesem Hintergrund unterstützt die GBE-Ländermaßnahme Senegal in Zusammenarbeit mit ENDA Energie ländliche, genossenschaftlich organisierte Milchproduzenten bei ihrer solaren Elektrifizierung. Konkret zielt die Aktivität auf die Stärkung einer effizienten und einkommensschaffenden Milch-Wertschöpfungskette im ländlich geprägten Gossas, in der Region Fatick, im Westsenegal, ab.

Teil der Aktivität ist die Installation einer solarbetriebenen Einheit zur Weiterverarbeitung von Rohmilch. Die überschüssige Energie der installierten Solarpaneele wird genutzt, um einen kleinen Nahversorger zu elektrifizieren, welcher Dienstleistungen wie mobile Geldtransfers, das Aufladen von Mobiltelefonen oder den Verkauf von Eis und kalten Getränken anbietet. Die Molkereiprodukte (Joghurt, Käse, pasteurisierte Milch) werden über neu eingerichtete lokale Verkaufsstellen vertrieben.

Als zweite Aktivität zielt das Projekt darauf ab, die Lieferkette der Vorprodukte für die Molkereien zu stärken. Um eine ausreichende Versorgung mit Milch zu gewährleisten, ist die Einrichtung einer Anlage mit Solarbewässerung für Futterpflanzen und der Bau einer Mini-Milchfarm vorgesehen. Neben der Unterbringung von Milchkühen, die über das Vorhaben im Auftrag der Molkereigenossenschaft gekauft werden, können Landwirte ebenfalls ihre Kühe unterbringen oder nur zum Melken auf die Farm bringen. Die gewonnene Milch wird zur Molkerei transportiert und die Bauern erhalten im Gegenzug eine marktübliche Vergütung.

Der kommerzielle Betrieb der Molkerei, der Milchfarm und der Verkaufsstellen, ermöglicht die Gründung und/oder Stärkung von 24 überwiegend von Frauen geführten Kleinstunternehmen. Die Unternehmer*innen werden durch Schulungen in technischen Aspekten und im Unternehmertum unterstützt und begleitet. Die Professionalisierung der Milchproduktion und die Haltbarmachung der Erzeugnisse tragen zudem zur Einkommenssicherung und -verbesserung für mindestens 200 Milchbauern bei. Darüber hinaus schont diese Art von wirtschaftlichem Wandel im ländlichen Raum Ressourcen in der Milchproduktion.

ENDA Energie, der Partner der GBE-Ländermaßnahme bei diesem Projekt, ist eine internationale NGO, die vor 50 Jahren im Senegal gegründet wurde. Einer ihrer Interventionsbereiche ist die Förderung des Energiezugangs im ländlichen Senegal. Mit dem Projekt „PROGRES-Lait“ hat ENDA Energie bereits spezifische Anwendungsfälle für die solare Elektrifizierung von ländlichen Milchproduktionseinheiten im Senegal und in Mauretanien entwickelt und kann auf einen weitreichenden Erfahrungsschatz zurückgreifen. Weitere Informationen finden Sie hier.