Energiegenossenschaften zur Stärkung von Äthiopierinnen

Die Herausforderung

Trotz einer steigenden Elektrifizierungsrate haben weniger als die Hälfte aller Äthiopier*innen Zugang zu Elektrizität und nur sieben Prozent zu sauberer Kochenergie. Insbesondere in ländlichen Regionen müssen viele Menschen ohne Elektrizität auskommen und sind auf Kerosin, Diesel und Biomasse angewiesen. Darunter leiden besonders Frauen und Kinder, die für Feuerholz und Kochen zuständig sind. Die Regierung will bis 2025 eine hundertprozentige Stromversorgung sicherstellen. Dafür braucht es jedoch dezentrale Insellösungen auf Basis von erneuerbaren Energien, die die Bevölkerung einbeziehen. Energiegenossenschaften könnten die Elektrifizierung vorantreiben und einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärkung insbesondere von Frauen leisten. Die Idee dafür liegt aber weitgehend brach.

Das Ziel

Aus diesem Grund haben die Organisationen Women Engage for a Common Future  Deutschland e.V. (WECF) und die Oromia Coffee Farmers’ Cooperative Union (OCFCU) ihre seit 2019 bestehende Partnerschaft mit dem Ziel erweitert, einen Gründungsplan für eine geschlechtergerechte Energiegenossenschaft im Kaffeesektor zu entwickeln. Die Bürger*innen sollen daran beteiligt werden und fachliche, soziale und methodische Kompetenzen aufbauen. In diesen Prozess soll die Expertise deutscher Partner*innen einfließen.

Unsere Partner

Der gemeinnützige Verein Women Engage for a Common Future (WECF) fördert Frauen und verfügt über große Erfahrung bei der Umsetzung gemeinschaftlicher Energieprojekte, allen voran beim Aufbau von Energiegenossenschaften. In Äthiopien kooperiert der WECF Deutschland e.V. seit 2019 mit der OCFCU. Dieser 1999 gegründete Genossenschaftsverband repräsentiert mehr als 400 Genossenschaften im Kaffeesektor. Seit 2019 implementieren beide dezentrale Energie- und Wassertechnologien, nun wollen sie darüber hinaus ein Konzept zur Gründung von Energiegenossenschaften entwickeln. Zusätzliche Expertise bringen drei deutsche Partner*innen ein, das Unternehmen Solarpartner Süd Kienberg, die Bürgerenergiegenossenschaft BENG eG und das Bündnis Bürgerenergie BBEn e.V.

So wird vorgegangen

Um das Konzept für eine geschlechtergerechte Energiegenossenschaft zu entwickeln, verfolgen die Partner*innen vier aufeinanderfolgende Aktivitäten. Mit einem digitalen Auftaktworkshop stimmen sie ihren konzeptionellen Ansatz ab. In einem zweiten Schritt wollen sie die unterschiedlichen Interessen der Akteur*innen erfassen, genauso die Bedürfnisse der Menschen im ländlichen Kaffeesektor. Auf einem Netzwerktreffen werden sich die äthiopischen und deutschen Partner*innen drittens zu rechtlichen, technischen, sozialen, wirtschaftlichen und geschlechterspezifischen Aspekten einer nachhaltigen Energiegenossenschaft austauschen. In einem abschließenden Workshop werden die Teilnehmer*innen die Herausforderungen und Chancen einer Energiegenossenschaft erfassen und in einem „Gründungsplan“ festhalten. Dieser soll Informationen zu Technologien, Geschäftsmodellen, Finanzierungsmechanismen, aber auch Pläne umfassen, wie speziell Frauen gestärkt werden können.

Region
Oromia
Fokus
Energiegenossenschaft
Zielgruppe
Lokale Bevölkerung & Frauen
Laufzeit
01.01.2022-30.06.2023