Erneuerbarer Strom verbessert Gesundheitsdienste

Das Gbari Gesundheitszentrum liegt an der Grenze zum Sudan fernab von Stromnetzen. Durch die Zusammenarbeit mit GBE kann der Bezirk nun einige der entlegensten Gesundheitszentren mit Strom versorgen. Das ist nicht nur für die Impfkampagne gegen Corona wichtig. Es erspart den Pfleger*innen viele unnötige Kilometer.

Die Krankenpflegerin Palma Limio betreut täglich rund zwei Dutzend Patient*innen im Gbari Health Center im Moyo-Distrikt im Norden Ugandas. Die meisten kommen wegen Bauchschmerzen, weil sie an Malaria erkrankt sind und weil sie keine Alternative haben. Wer es nicht muss, vermied bisher den Gesundheitsposten, weil er ohne Stromversorgung nur rudimentäre Leistungen erbringen konnte, und die Patientinnen und Patienten nachts immer wieder selbst eine Kerze mitbringen sollten, damit Palma Limio sie im Kerzenschein untersuchen und behandeln konnte.

Es kann sein, dass die Krankenpflegerin demnächst sehr viel mehr Patient*innen betreuen muss. Denn mit Unterstützung des Kleinprojektefonds der Grünen Bürgerenergie (GBE) konnte der Distrikt das Gesundheitszentrum in Gbari sowie zwei weitere Zentren mit Hilfe von Photovoltaikmodulen elektrifizieren und in Kürze auch mit Kühlschränken für Medikamente und vor allem Impfstoffe gegen Corona ausstatten.

Bei der Inbetriebnahme hob Drama Patrick, der Energiebeauftragte im Moyo-Distrikt, hervor, wie sehr sich Dank der Elektrifizierung die Versorgungssituation für die Bürger*innen verbessere: „Mit unserer Impfquote lagen wir weit hinter dem nationalen Ziel zurück, wodurch wir gerade auch unsere Kinder gefährdeten. Die Elektrifizierung versetzt uns nun in die Lage, diese Lücke zu schließen und unseren Service zu verbessern.“

Gerade im Anbetracht der Corona-Pandemie seien elektrifizierte Gesundheitszentren von großer Bedeutung, betont auch David Vuchiri, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Distrikts: „Wenn die Impfstoffe nicht kühl gelagert werden können, besteht die Gefahr, dass sie verderben. Daher müssen wir die konstante Stromversorgung sicherstellen.“ Gerade der Einsatz dezentral einsetzbarer erneuerbarer Energien könne dem Distrikt helfen, „auch besonders schwer zugängliche Gebiete mit Impfstoff zu versorgen“, fügte er hinzu.

Nicht nur die Impfkampagne profitiert. Mit Hilfe von Elektrizität können die Gesundheitszentren ihr gesamtes Angebot verbessern. „Mit der Solarenergie müssen unsere Gesundheitshelfer*innen nicht mehr fünf und mehr Kilometer zurücklegen, um ihre Telefone und Taschenlampen aufzuladen, oder die Patienten bitten, Kerzen mitzubringen, wenn sie abends zur Gesundheitsversorgung kommen„, sagte David Mondo, der Bezirksbevollmächtigte im Rahmen der Eröffnungszeremonie. „Dass wir nun diesen Meilenstein erreicht haben, verdanken wir der Grünen Bürgerenergie sowie der Planungsabteilung des Distrikts“, fügte er hinzu.

Über die Einweihung der installierten Stromversorgung berichteten auch lokale Medien. Im Anschluss an die Zeremonie fand darüber hinaus eine Radio-Talkshow statt. Sie hatte zum Ziel, die lokale Bevölkerung für die Bedeutung des Projekts zu sensibilisieren und sie über die Vorteile der Solarenergienutzung, die verbesserten Dienstleistungen in den Gesundheitszentren und die Pläne für die angedachte Fortsetzung des Projekts zu informieren.