Kaffeebohnen solar trocknen

Die Herausforderung

Kaffee ist eines der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Kenias. Von Kaffee leben rund 700.000 Familien, die den Kaffee in der Regel auf kleinen Feldern anbauen. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Trocknung der Kaffeebohnen in der Sonne. Diese findet normalerweise zwischen Oktober und Dezember und damit in der Regenzeit statt. Der Trocknungsprozess durchläuft dabei mehrere Phasen, dauert zwischen 12 und 14 Tagen und ist sehr arbeitsintensiv. Darüber hinaus gefährden Dauer und unsichere Wetterverhältnisse die Qualität der getrockneten Bohnen, die ein wichtiger Indikator für den Marktpreis ist.

Das Ziel

Mit Hilfe von solaren Trocknern könnten Farmer die Trocknungsphase auf vier Tage minimieren und die Bohnen unter konstanten Bedingungen trocknen. Sie können also Arbeitszeit einsparen, die Qualität der Bohnen verbessern und im besten Fall höhere Preise erzielen. Allerdings sind solare Trockner von einigen Pilotprojekten abgesehen nicht weit verbreitet und in der Anschaffung noch teuer. Das will die nicht gewinnorientierte Organisation Fairtrade Africa ändern, indem sie in ihren 23 kooperierenden Kaffeegenossenschaften acht solare Trockner einführt. Damit will sie Kommerzialisierung von solaren Trocknersystemen in der Kaffeebranche beschleunigen. Wirtschaftlich macht das Sinn: Fairtrade Africa schätzt, dass die Produktionskosten pro Kilo von 17 auf 4 Eurocent sinken können.

Die Partner

Die Nichtregierungsorganisation Fairtrade Africa operiert in 33 afrikanischen Staaten, unterstützt Kleinbäuerinnen und Landarbeiter, berät diese beim Anbau und Vertrieb ihrer Agrarprodukte, zertifiziert Betriebe und setzt sich für gute Arbeits- und Lebensbedingungen ein. In Kenia engagiert sich die Organisation im Kaffee-, Tee- und Blumensektor. In Kenias Kaffeesektor arbeitet sie mit 23 zertifizierten Kaffeekooperativen zusammen. Sie arbeitet bei dem Projekt mit dem Coffee Research Institute zusammen, das über große Expertise verfügt, zum Beispiel bei Aus- und Fortbildung. 

Vorgehensweise

Damit sich solare Trocknungssysteme in den 23 involvierten Kaffeekooperativen durchsetzen, will Fairtrade Africa diese über die neue Technologie informieren und acht weitere Systeme in acht Kooperativen installieren. Drei mit Fairtrade Africa zusammenarbeitende Kooperativen haben in Pilotprojekten bereits erste Erfahrungen mit solaren Trocknungssystemen gemacht. Folgende Schritte plant die Organisation: Sie will das Design der Anlagen an die lokalen Bedingungen anpassen und verbessern. Darüber hinaus will sie Handbücher für Design, Installation und Wartung der Trockner sowie Ausbildungsanleitungen auflegen, die unter anderem Best Practice-Beispiele sowohl aus den drei Pilotvorhaben als auch anderen Ländern enthalten sollen. Zusammen mit dem Coffee Research Institute plant sie Trainings für Trainerinnen und Trainer sowie Kurse für ihre Kooperativen. Am Ende sollen alle 23 Kaffeekooperativen in der Lage sein, solare Trocknungssysteme anzuschaffen.

Region
Machakos, Kiambu, Kirinyanga, Embu, Muranga, Nyeri, Nandy and Kericho counties
Fokus
Solarenergie
Zielgruppe
Kleine Kaffeeproduzenten
Laufzeit
01/03/2020 – 28/02/2022