Hochwertige Lebensmittel dank solarer Tröpfchenbewässerung

Die Herausforderung

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt gehört Malawi zu den ärmsten Ländern der Welt. Knapp zwei Drittel der Bevölkerung lebt von der Subsistenzwirtschaft. Die Menschen bewirtschaften ihre Felder im Regenfeldbau, der aufgrund des Klimawandels und der Bodendegradation immer unrentabler wird. Für alternative Bewirtschaftungsformen fehlt den meisten Menschen der Zugang zu Strom und Produktionsmitteln, allen voran zu Bewässerungspumpen, Kühlhäusern und Mobilität. Die Nachernteverluste liegen dementsprechend bei 30 bis 50 Prozent. Frauen sehen sich insbesondere im Norden weiteren wirtschaftlichen Unwägbarkeiten gegenüber, denn sie verfügen über keine Landnutzungsrechte und kulturelle Normen schränken ihre Bewegungsfreiheit ein.

Das Ziel

Deshalb spricht die malawische Organisation Modern Farming Technologies (MFT) mit ihrem Projekt „Renewable Energy for Agriculture“ vornehmlich Frauen an. Mit Hilfe von solar bewässerten Gewächshäusern, der Kühlung der erzeugten Lebensmittel sowie einer guten Vermarktung will MFT ihnen eine ganzjährige Produktion sowie eine Steigerung ihrer Einkommen ermöglichen. In den Gewächshäusern können die Bäuerinnen größere Mengen auf kleinerer Fläche erwirtschaften und so ihre Abhängigkeit vom Regenfeldbau deutlich verringern. Die höheren Erträge ermöglichen ihnen anschließend einen besseren Zugang zum nationalen Lebensmittelhandel. Von den Maßnahmen profitieren sollen vor allem die Mitglieder der Frauenkooperative Ujazi Cultural Conservation Group in Chintheche am Malawisee. Innerhalb von zwei Jahren will MFT mit dem Projekt dort über 135 langfristige Arbeitsplätze für Frauen schaffen.

Unsere Partner

MFT engagiert sich seit 2011 ausschließlich im Norden Malawis. Das gemeinnützige Unternehmen gehört Malawi Fruits, einer schottischen Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für eine nachhaltige Entwicklung in Malawi einsetzt. MFT hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Bewässerungsprojekte umgesetzt und in den Regionen Mzuzu (Sitz von MFT) und Chintheche Gewächshäuser installiert, mit denen bereits 345 Landwirte vergleichsweise hohe Erträge erwirtschaften. Practical Action ist eine britische NGO, die über jahrelange Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien verfügt, genauso in der Entwicklung von Liefermodellen und Marketingplänen. In Zusammenarbeit mit MFT installierte die Organisation bereits über 30 Gewächshäuser im Norden Malawis.

So wird vorgegangen

Im ersten Schritt wird MFT 15 Gewächshäuser und eine solare Tröpfchenbewässerung installieren. In diesen werden 45 Frauen der Kooperative in enger Abstimmung mit potenziellen Abnehmern das ganze Jahr über hochwertige Gemüse, Kräuter und Früchte anbauen. MFT schult die Frauen in der Nutzung eines Erntekalenders und Anbauplans sowie darüber hinaus. Sie sollen ein Verständnis für die gesamte Wertschöpfungskette entwickeln, um langfristig die Kontrolle über ihre Geschäfte übernehmen zu können. Ihre Produkte liefern die Frauen an MFT, welches die Lebensmittel in einem solarbetriebenen Kühlhaus lagern und an Restaurants, Lodges und Exporteure vermarkten will. Dafür ist eine gleichbleibend hohe Qualität notwendig. Die Frauen der Genossenschaft verstehen sich als Einheit und teilen sich Arbeit, Einkommen und das Eigentum an den Anlagen. Sie nutzen die Anlagen und zahlen dafür gemeinsam Miete. Sobald die Anlagen abbezahlt sind, gehen sie in den Besitz der Kooperative über. Die Frauen sollen nur zehn Stunden pro Woche für das Projekt arbeiten, so dass sie auch noch Zeit für andere Tätigkeiten haben. MFT geht davon aus, dass jede Frau der Kooperative für sechs Tage pro Monat knapp 160 Euro und damit ein 300 Prozent erhöhtes Einkommen erzielt. Gehen die Anlagen in den Besitz der Kooperativen über, können die Frauen laut MFT nach vier Jahren sogar 500 Prozent mehr als üblich verdienen.

Region
Nhkata Bay District
Fokus
Produktive Nutzung & Ausbildung und Sensibilisierung
Zielgruppe
Frauen, lokale Bevölkerung
Laufzeit
01.11.2021-30.04.2023