Zwölf senegalesische Frauen- und Jugendgruppen starten mit Solarenergie durch

Jugendliche und Frauen in der Region Kédougou gründen eigene landwirtschaftliche Betriebe und bewirtschaften diese auch mit Hilfe von erneuerbaren Energien. Das Projekt ist Ende April gestartet.

Die wirtschaftlichen Potenziale der Region Kédougou im äußersten Südosten des Landes sind sehr gut. Hier kreuzen sich wichtige Handelsrouten nach Guinea, Guinea-Bissau und Mali. Trotzdem haben viele Bewohner Probleme, profitablen Geschäftstätigkeiten nachzugehen. Viele Die meisten Menschen leben von ihren kleinen Ackerflächen, die sie zumeist in Subsistenzwirtschaft betreiben. Allenfalls einen marginalen Anteil ihrer Ernte verkaufen sie auf lokalen Märkten, so dass kaum etwas übrigbleibt, zum Beispiel für Bildung und Gesundheit.

Eine Ursache für die geringen Einkommen ist die Anwendung rudimentärer landwirtschaftlicher Produktionstechniken und das fast völlige Fehlen von nachgelagerten Wertschöpfungsschritten für Agrarprodukte. Für eine marktorientiertere Bewirtschaftung fehlen den Menschen neben dem Zugang zu Energie – weite Teile der Region sind nicht ans Stromnetz angeschlossen – auch Startkapital, um ihre Ideen umzusetzen.

Zusammen mit SEM Fund, einer gemeinnützigen senegalischen Organisation, fördert GBE deshalb die Gründung von sechs frauengeführten landwirtschaftlichen Produktions- und Verarbeitungsbetrieben.

Das Projekt mit dem Namen „PRES-AGR: Solarenergie und einkommensschaffende Aktivitäten zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen auf dem Land“ unterstützt die Frauengruppen beim Kauf von zwei Mühlen, zwei Schälgeräten, drei Bewässerungspumpen sowie drei Kühlschränken, die alle mit Solarstrom betrieben werden können. Dies erlaubt den sechs Frauengruppen Früchte und Gemüse zu verarbeiten, zu kühlen und zu vermarkten. SEMFund und GBE fördern darüber hinaus die Aus- und Fortbildung der Kleinstunternehmer*innen in allen technischen und wirtschaftlichen Belangen. Zusätzlich werden sechs Jugendgruppen im technischen Unterhalt der Solaranlagen und Maschinen geschult. Für den nachhaltigen Betrieb ihrer Anlagen engagieren und bezahlen die Frauengruppen die Jugendgruppen als Wartungsteams.

Ziel von PRES-AGR ist es, dass die Frauen und Jugendlichen höhere Einkommen erzielen und nachhaltige Landwirtschaftsunternehmen aufbauen können. Es entstehen mindestens 30 Vollzeitarbeitsplätze und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten für ein Dutzend Jugendliche. Zudem werden 360 weitere Menschen davon profitieren. Das Vorhaben wurde Ende April in Kédougou gestartet. PRES-AGRE hat ein Schwesterprojekt (gefördert durch den Kleinprojektefonds der GBE), das ebenfalls von SEMFund durchgeführt wird.