Show Case für eine nachhaltigere Teeproduktion in Uganda

Mit Hilfe erneuerbarer Energien können Teefabriken ihre Energiekosten senken, wirtschaftlicher produzieren und den Raubbau an Wäldern reduzieren.

Mehr als eine Million Ugander*innen leben vom Teeanbau oder arbeiten in einer der mehr als 25 Teefabriken des Landes. Tee ist das zweitwichtigste landwirtschaftliche Exportgut des afrikanischen Landes. Allerdings steht der Sektor vor großen Herausforderungen. Zum einen erzielen die Exporteure aktuell nur niedrige Preise, gleichzeitig steigen die Energiekosten und bedrohen so die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Die Teefabriken benötigen sehr viel Energie, um Teeblätter zu trocknen und sie weiterzuverarbeiten. Mit Strom treiben sie Ventilatoren und andere Maschinen an, mit Brennholz erzeugen sie Dampf. Für ihren enormen Holzbedarf entwalden sie ganze Regionen im Südwesten Ugandas.

Sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist es deshalb sinnvoll, die Energieversorgung mit Hilfe von dezentralen erneuerbaren Energien zu modernisieren, die Energieeffizienz zu erhöhen, darüber die Energiekosten deutlich zu senken und Natur und Klima zu schützen.

Um diese Ziele zu forcieren, hat GBE Uganda mit dem deutsch-ugandischen Unternehmen EquatorSolar und dem deutschen Unternehmen Renergy eine integrierte Entwicklungspartnerschaft (iEPW) vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist es, auf der Basis erneuerbarer Energien individuelle und effiziente Energielösungen für fünf Teefabriken zu entwickeln. Das Projekt soll als Show Case für Industrie, Projektentwickler und Investoren dienen um zukünftig weitere Teefabriken sowie anderes produzierendes Gewerbe im ländlichen Raum für nachhaltige Energienutzung zu sensibilisieren.

Konkret wollen die Partner den aktuellen Energieverbrauch in den fünf Teefabriken kartieren, die eingesetzten Technologien analysieren und regenerative Alternativen identifizieren. Ferner will das Projekt die wirtschaftliche Machbarkeit belegen, um darüber auch die Akzeptanz für erneuerbare Energien zu erhöhen und das Angebot für regenerative Energielösungen zu erweitern. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dem zuständigen Ministerium für Energie und Mineralienentwicklung erlauben, förderliche Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien zu initiieren. All diese Schritte können die CO2-Emissionen und den Kahlschlag von Wäldern signifikant reduzieren.