Gender-Barrieren überwinden – Schulungen speziell für Ingenieurinnen und Technikerinnen

Bei der Entwicklung und Verbreitung erneuerbarer Energien sind Ingenieurinnen und Technikerinnen immer noch die Ausnahme. Dabei könnten sie bei der Verbreitung von erneuerbaren Energielösungen eine wichtige Rolle spielen. Deshalb hat die Grüne Bürgerenergie (GBE) 33 Technikerinnen und Ingenieurinnen aus verschiedenen staatlichen Einrichtungen geschult. Die Nachfrage ist groß, das Feedback war enthusiastisch.

„Es ist wichtig, Ingenieurinnen in allen Fragen rund um PV-Solaranlagen auszubilden. Gerade weil sie die sozioökonomischen Bedingungen in ländlichen Gemeinden verstehen, sind Frauen am besten geeignet, die Verbreitung und Anwendung erneuerbarer Energien zu fördern, insbesondere solche, die sich vor allem auf Frauen in ländlichen Gebieten positiv auswirken“, sagte Berhanu Woldu, CEO der Abteilung für die Entwicklung und Förderung ländlicher Energietechnologien des äthiopischen Bundesministeriums für Wasser und Energie (MoWE).

Noch ist die Kluft zwischen den Geschlechtern bei den Erneuerbaren Energien groß – nicht nur in Äthiopien. Das führt dazu, das Ingenieuren mehr zugetraut wird – und sie Projekte leiten oder überwachen, obwohl die eine oder andere Ingenieurin dafür besser ausgebildet und geeigneter wäre.

„Wir Frauen in Äthiopien haben noch einen langen Weg vor uns. Viele von uns haben die falsche Vorstellung, dass wir weniger fähig sind, und selbst wenn wir für Wartungsarbeiten ins Feld gehen, nehmen wir eher eine unterstützende als eine führende Rolle ein“, sagte Metasebya Worku, Energieexpertin und Schulungsbegleiterin.

Um der Geschlechterkluft und damit verbundenen Klischees entgegenzuwirken, initiierte die Grüne Bürgerenergie in Äthiopien (GBE), ein Projekt des äthiopischen MoWE und der GIZ, eine PV-Schulung für 33 Ingenieurinnen und Technikerinnen aus verschiedenen staatlichen Einrichtungen und dem privaten Sektor.  

Nach ein wenig Theorie über den Aufbau und die Auslegung von Solar-PV-Systemen zückten Teilnehmerinnen ihre Schraubenzieher und Spannungsmesser und machten sich mit verschiedenen photovoltaischen Geräten vertraut. „Der Fokus auf die praktische Seite der Installation und Wartung einer PV-Anlage hat mich sehr motiviert“, resümmierte die Ingenieurin Sayo Jemal.

Nicht nur Ihr Feedback war enthusiastisch. Das Credo der Teilnehmerinnen: „Diese Unterstützung ist ein wichtiger Beitrag zur Überbrückung der Geschlechterkluft, und ich hoffe, dass noch mehr Schulungen dieser Art stattfinden werden“, sagte Frehiwot Zemedkun, Ingenieurin und Teilnehmerin an der Schulung.