Erneuerbare Energieprojekte sorgen für Spannung

Erneuerbare Energieprojekte sorgen für Spannung – rund 80 Finanzinstitutionen, Regierungsstrukturen und Projektentwickler*innen diskutierten die Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten zur produktiven Nutzung im Senegal

Wie können Finanzierungsangebote für erneuerbare Energieprojekte insbesondere zur produktiven Nutzung in ländlichen Gebieten Senegals verbessert und ausgeweitet werden? GBE Senegal ging dieser Frage in einem dreitägigen Sensibilisierungsworkshop nach.

Ein zentrales Merkmal von erneuerbaren Energieanlagen ist, dass sie hohe Anfangsinvestitionen benötigen. Im Anschluss fallen aber nur sehr geringe Operationskosten an. Die Investitionen zahlen sich daher (bei rentablem Projektdesign) mittel- bis langfristig aus. Um aber die hohen Anfangsinvestitionen stemmen zu können, sind gerade ländliche Projektentwickler*innen auf Kredite angewiesen. Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem Finanzsektor ist daher entscheidend für die weitere Entwicklung des erneuerbaren Energiemarktes im Senegal. Einige Finanzinstitutionen bieten zwar schon Finanzprodukte für erneuerbare Energieprojekte an, allerdings nur zu relativ hohen Zinsen und mit kurzen Laufzeiten. An Kundenbedürfnis und Projektrisiko angepasste Finanzierungsangebote für erneuerbare Energieprojekte zur produktiven Nutzung existieren im Senegal noch nicht oder nur spärlich.

Unter anderem arbeitet GBE auf die Erleichterung des Zugangs zu kommerzieller Finanzierung für Projektentwickler*innen zur produktiven Nutzung von erneuerbarer Energie hin. Die Sensibilisierung des Finanzsektors bildet dafür einen wichtigen Baustein, damit dieser die Nachfrage nach und das kommerzielle Potential von erneuerbaren Energieprojekten erkennt und das Angebot entsprechender Finanzprodukte verbessert.

Vom 22 bis am 24. Juni 2021 organisierte die GBE zusammen mit der Nationalen Agentur für Erneuerbare Energien (ANER) daher einen dreitägigen Sensibilisierungsworkshop für rund 80 Vertreter*innen von Banken, Mikrofinanzinstitutionen, Versicherungen, staatlichen Institutionen, erneuerbaren Energieunternehmen und landwirtschaftlichen Kooperativen: Weltbank, KfW, der Staatsgarantiefonds FONGIP sowie der Staatsinvestitionsfonds FONSIS, sieben senegalesische Banken (BNP Paribas, SGBS, BNDE, LBA, Coris Bank, Orabank, BHS), 23 Mikrofinanzinstitutionen, die zwei größten erneuerbaren Energie Unternehmensverbände Senegals sowie staatliche Akteure wie die senegalesische Agentur für ländliche Elektrifizierung oder das Ministerium für Petrol und Energie als auch weitere Akteure nahmen daran teil.

Der Workshop stärkte die Verbindung zwischen dem Finanz- und dem erneuerbaren Energiesektor. Dies zeigte sich in angeregten Diskussionen über Formen einer verstärkten Zusammenarbeit. Beispielprojekte zeigten den Teilnehmer*innen auf, wie groß das wirtschaftliche Potential von erneuerbaren Energieprojekten zur produktiven Nutzung ist. Auch wurden wichtige Aspekte zur Evaluierung von Finanzierungsanfragen erläutert, beispielsweise die rechtlichen Rahmenbedingungen oder die Möglichkeiten zur Qualitätskontrolle von erneuerbaren Energieanwendungen und -installationen. Die Vorstellung von Garantie- und Kreditangeboten für Finanzierer von erneuerbaren Energieprojekten im Senegal rundeten das Informationsangebot ab. Alle Vorträge und Diskussionen sollen zur Verbesserung und Ausweitung der Finanzierungsangebote für erneuerbare Energieprojekte im Senegal beitragen. Die Veranstaltung bot der GBE Senegal außerdem die ideale Möglichkeit, diejenigen Projekte, welche das Programm auf deren Weg zu einer kommerziellen Finanzierung begleitet, möglichen Geldgebern vorzustellen. Erste Banken und Mikrofinanzinstitutionen zeigten bereits ihr Interesse an der Finanzierung von einzelnen Projekten.