Energie verbindet – Startschuss für GBE-ARE Webseminarreihe

Im Rahmen des digitalen EU-Africa Business Forum am 20. April 2021 haben die Alliance for Rural Electrification (ARE) und die Grüne Bürgerenergie (GBE) die Webseminar-Reihe „Paving the way for Clean Energy Transition with Decentralised Renewable Energy (PWCET) Series“ gestartet. Auf der ersten von insgesamt zehn Seminarfolgen haben mehr als 200 Teilnehmer*innen über die Dezentralisierung afrikanischer Energiesysteme diskutiert und die Voraussetzungen für den Aufschwung, sinnvolle Finanzierungsmodelle und die Skalierung von Mini-Grids erörtert.

Klar war für die Teilnehmer*innen, dass dezentral erzeugte erneuerbare Energien (DRE) entscheidend sind, um den wachsenden Energiebedarf in Subsahara-Afrika zu decken und ländliche Regionen entwickeln zu können. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich der DRE-Sektor als krisenfest bewährt. Welche Hindernisse dennoch durch die Pandemie entstanden sind und wie ein weiterer Aufschwung von DRE eingeleitet werden kann, erläuterte Jens Jaeger, Policy & Business Development Manager von ARE in seinem Statement.

Bärbel Höhn, Sonderbeauftragte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Energie in Afrika, betonte die Bedeutung erneuerbarer Energien für das Erreichen der Klimaziele,  sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals; SGDs) und stellte die Initiative Grüne Bürgerenergie für Afrika und seine Bedeutsamkeit in diesem Zusammenhang vor. Darüber hinaus schilderte sie die deutschen Erfahrungen mit der Energiewende und betonte neben der Bürgerbeteiligung drei wichtige Aspekte für deren Erfolg. Es brauche einen starken politischen Willen, förderliche Rahmenbedingungen und maßgeschneiderte Finanzierungsmechanismen.

Ibrahim Togola, Vorsitzender und Mitbegründer von ACCESS SA aus Mali, sprach über die Herausforderungen, denen sich Unternehmer*innen, Verbände und die Menschen gegenübersehen. Strom müsse für die Bewohner*innen des afrikanischen Landes erschwinglich und die Energiesicherheit gewährleistet sein. Noch seien viele Menschen von traditioneller Biomasse abhängig. Für die Entwicklung der erneuerbaren Energien fehle es u.a. an technischem Wissen und an Ausbildungskapazitäten.

Wo DRE-Systeme installiert werden, steigt der Verbrauch von Energie an, zumindest in Sambia, entsprechend der Erfahrungen von Mukabanji Mutanuka, Leiterin von Minigrids (Sambia) bei ENGIE Energy Access. Damit die Nachfrage nach Energie steigen, aber auch bedient werden könne, müssen Mini-Grids betriebssicher sein und skaliert werden können. Gleichzeitig sei entscheidend, die produktive Nutzung von Energie und die Entwicklung neuer Dienstleistungen zu fördern.

Zugeschaltet waren Privatpersonen, ebenso wie Vertreter*innen von Genossenschaften, Universitäten, Verbänden, Unternehmen und Ministerien.

Über die PWCET Webinarserie:

Die Webseminarreihe „Paving the way for Clean Energy Transition with Decentralised Renewable Energy (PWCET) Series“ hat zum Ziel nicht nur zur Bewusstseinsbildung beizutragen, sondern auch den gegenseitigen Informations- und Wissensaustausch zwischen Akteuren wie Kooperativen, Kommunen oder Organisationen der Zivilgesellschaft zu stärken.

Jedes Webseminar dauert zwischen 90 und 120 Minuten und widmet sich unterschiedlichen Themen. Die Themenvielfalt reicht von der produktiven Nutzung von Energie, etwa in der Weiterverarbeitung von Lebensmitteln, sowie ihre Kühlung oder Trocknung, über solarbetriebene Bewässerungssysteme bis hin zu Finanzinstrumenten und der E-Mobilität, sowie den Themen Bildung und Gesundheit. Die letztendlich ausgewählten und fokussierten Themen richten sich u.a. auch nach den Rückmeldungen der Teilnehmenden und Ihren Fragestellungen.

Die nächste digitale Veranstaltung aus dieser Serie findet zum Thema Produktive Nutzung von Energie Ende Juni / Anfang Juli statt. Die genauen Daten werden u.a. auf der GBE-Webseite veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.