Ein neuer Finanzierungsansatz stimuliert den senegalesischen Solarmarkt auf dem Land

Mit einem ergebnisorientierten Finanzierungssystem (RBF) können Unternehmer*innen in ruralen Gebieten in solarbetriebene Geräte und Maschinen investieren –15 Bauern und fünf frauen-geführte Kleinbetriebe haben bereits vom Ansatz von GBE Senegal profitiert und konnten sich Solarpumpen und -kühlschränke leisten.

In den städtischen Zentren ist der senegalesische Solarmarkt gut entwickelt. Viele verschiedene Anbieter konkurrieren miteinander um die besten Lösungen. Den ländlichen Raum zu entwickeln, ist hingegen ungleich schwieriger. Die potenziellen Kund*innen können sich die Solarinstallationen häufig nur über mittelfristige Ratenzahlungen leisten. Außerdem ist der Aufwand der Solarunternehmen für die Errichtung und Wartung zu hoch, wenn die einzelnen Installationen weit auseinander liegen.

Hier unterstützt GBE Senegal mit einem RBF-Mechanismus, der eine Anreizzahlung in der Höhe der Hälfte der Kosten der Installationen vorsieht.  Um den bereits existierenden Markt aber nicht zu verzerren, müssen die Käufer*innen trotzdem den vollen Kaufpreis bezahlen.

Das Anreizsystem ist daher folgendermaßen aufgebaut: Die erneuerbaren Energieunternehmen schlagen der Grünen Bürgerenergie in einem ersten Schritt zehn Kund*innen im ländlichen Raum vor, die solarbetriebene Maschinen, Kühlschränke oder Pumpen erwerben möchten. Die Kund*innen leisten eine Anzahlung von zehn Prozent des Kaufpreises und zahlen die ausstehenden 90 Prozent in Raten zurück.

Den Zuschuss von 50 Prozent bekommt das Solarunternehmen, sobald es die Geräte bei den Kund*innen installiert hat und die Installationen von der Grünen Bürgerenergie abgenommen wurden.  Die Kund*innen bezahlen in Ratenzahlungen die 40 ausstehenden Prozent des Kaufpreises der Solarinstallationen an das erneuerbare Energieunternehmen. Das erneuerbare Energieunternehmen arbeitet mit einer Mikrofinanzinstitution zusammen, welche dabei unterstützt die Ratenzahlungen einzuziehen. Die 50%, des Kaufpreises welche beim Unternehmen bereits durch die Anzreizzahlung gedeckt wird, zahlen die Kundinnen und Kunden auf ein Konto bei dieser Mikrofinanzinstitution ein, wovon im Anschluss andere Kundengruppen für den Erwerb von Solarapplikationen profitieren können.

Dieses System hat mehrere Vorteile: Die Solarunternehmen werden dazu angeregt aktiv auf potenzielle Kund*innen im ruralen zuzugehen und ihnen ein attraktives Finanzierungssystem mit Ratenzahlungen über 90 Prozent der Investition anbieten zu können. Durch die geographische Konzentration der Kund*innen können sie auch die Installation und Wartung kostengünstiger erledigen. Die Tatsache, dass die Kunden und Kundinnen trotz RBF Anreizzahlung an das Solarunternehmen den vollen Kaufpreis bezahlen, verhindert künstliche Marktverzerrungen und fördert eine Weiterentwicklung des erneuerbaren Energiemarktes im ruralen Raum.

Mit den ersten beiden RBF-Verträgen unterstützt  die GBE Senegal den Kauf von Solarpumpen und Solarkühlschränken für 20 Kleinunternehmen in den Regionen Thiès, Louga und St. Louis. 15 bäuerliche Betriebe bewässern ihre Felder jetzt mit Solarpumpen, fünf frauengeführte Boutiquen haben seit Juni solarbetriebene Kühlschränke erhalten.

Das Angebot stößt auf eine starke Nachfrage nach erneuerbarer Energie und Maschinen zur produktiven Nutzung im ruralen Raum und es stellen sich bereits erste Duplikationseffekte ein. . Weitere Unternehmerinnen, die erfahren haben, dass ihre Kolleginnen mit den solaren Kühlschränken ihre Einnahmen vergrößern und gleichzeitig die Kosten senken, interessieren sich ebenfalls für den Kauf von solarbetriebenen Kühlschränken. Zwei Unternehmerinnen haben die Kühlschränke bereits mit einem ähnlichen Finanzierungsmodell wie der RBF Ansatz von GBE Senegal erworben.  Auch das Finanzierungssystem für die Solarpumpen findet Nachahmer. Das involvierte erneuerbare Energieunternehmen und die Mikrofinanzinstitution haben einen Vertrag über die Finanzierung weiterer Installationen geschlossen.